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Mit dem Jobticket Steuern sparen

Die Motivation der Mitarbeiter hängt nicht zuletzt auch von deren Vergütung ab. Bei den Mitarbeitern bleibt nach einer erfolgreichen Gehaltsverhandlung aber nicht selten ein fader Beigeschmack, wenn der erste Gehaltszettel zeigt, dass der Großteil der Gehaltserhöhung für Steuern und Sozialversicherungen abgezogen wird. Hinzu kommt, dass auch der Arbeitgeber seinen Beitrag zur Sozialversicherung zahlen muss – das sind in der Regel circa 20 Prozent on top! Bei einem Arbeitnehmer mit einem Bruttogehalt von 4.000 Euro pro Monat muss der Arbeitgeber im ungünstigsten Fall beispielsweise mehr als 120 Euro aufwenden, damit der Arbeitnehmer am Monatsende zumindest 50 Euro netto mehr im Portemonnaie hat. Das entspricht Lohnnebenkosten von fast 60 Prozent! Daher sollten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammensetzen und gemeinsam überlegen, welche Alternativen bestehen.

Eine Möglichkeit ist die Gestellung eines sogenannten Jobtickets. Unter einem Jobticket versteht man eine preisermäßigte Monats- oder Jahreskarte, die vom Unternehmen erworben wird und dem Mitarbeiter zur Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt wird. Der sich aus der verbilligten oder unentgeltlichen Überlassung des Jobtickets resultierende geldwerte Vorteil war bisher nur steuerfrei, wenn er monatlich 44 Euro nicht überstieg. Seit Januar 2019 fallen für das Jobticket nun, unabhängig von seinem Betrag, keine Lohnsteuern und keine Sozialversicherungsbeträge an. Vorausgesetzt, das Ticket wird zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen. Dies gilt für alle Fahrkarten der öffentlichen Verkehrsmittel im Linienverkehr. Damit sind Einzelfahrscheine für Straßenbahn, Bus oder Bahn ebenso begünstigt, wie Umweltkarten innerhalb der regionalen Verkehrsverbünde. Taxifahrten oder Flüge sind jedoch nicht begünstigt.

Die Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit ist für diese Fahrkarten auch gegeben, wenn der Hotelier oder Gastronom nicht selbst die Fahrkarten kauft, sondern den Kauf durch den Mitarbeiter bezuschusst. Dabei ist es für die Begünstigung unerheblich, ob der Zuschuss oder das Jobticket jeden Monat oder nur einmal im Jahr gewährt wird. Einzige Bedingung: Das Jobticket oder der Zuschuss werden zusätzlich zum vereinbarten Arbeitslohn gewährt.

Geldwerter Vorteil mindert die Entfernungspauschale

Der geldwerte Vorteil ist im Lohnkonto des Arbeitnehmers zu erfassen, damit der steuerfreie geldwerte Vorteil auf der Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen werden kann. Dieser Ausweis erleichtert dem Finanzamt die Anrechnung des steuerfreien Geldwerts des Jobtickets auf die zu berücksichtigende Entfernungspauschale. Bei einem Zuschuss sollte nicht nur der gewährte Betrag im Lohnkonto erfasst werden, sondern auch ein Nachweis für die korrekte Verwendung des Zuschusses durch den Arbeitnehmer.

Beispiel

Ein Koch erhält einen monatlichen Zuschuss von 50 Euro zur Monatskarte, die er für die Fahrten vom 15 km entfernten Wohnort zum Hotel benutzt. Im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung ist der Zuschuss in Höhe von 600 Euro (12 Monate à 50 Euro) auf die Entfernungspauschale von 1.035 Euro (230 Tage x 15 km x 0,30 Euro = 1.035 Euro) anzurechnen. Im Ergebnis kann der Koch für die Fahrten zwischen Wohnung und Hotel nur noch 435 Euro gegenüber dem Finanzamt geltend machen. Soweit er keine weiteren Werbungskosten hat oder die tatsächlichen Werbungskosten den Betrag von 1.000 Euro nicht überschreiten, wird dennoch die Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr im Einkommensteuerbescheid berücksichtigt.

Zeitkarten sind auch privat nutzbar

Werden Zeitkarten für den öffentlichen Personennahverkehr vom Hotelier oder Gastronom bezuschusst oder verbilligt überlassen, so dürfen die Arbeitnehmer auch im Geltungsbereich privat damit fahren. Auf den langen Strecken des Fernverkehrs sind Fahrten jedoch nur steuerfrei, wenn es sich um Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte handelt. Werden Jobtickets im Rahmen einer Entgeltumwandlung gewährt, sind sie grundsätzlich nicht steuerfrei. Im Rahmen der Freigrenze für sonstige Sachbezüge von monatlich 44 Euro kann das Jobticket jedoch steuer- und sozialversicherungsfrei belassen werden. Da nur ein Sachbezug steuerfrei bis 44 Euro behandelt werden kann, muss der Arbeitgeber die Fahrkarte kaufen und an den Mitarbeiter überlassen.

Mit der Steuerbegünstigung des Jobtickets soll die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gefördert werden. Daher ist ein Zuschuss für die Fahrten zwischen Wohnung und Hotel, die mit einem privaten Kraftfahrzeug zurückgelegt werden, auch weiterhin steuerpflichtig. Der Fahrtkostenzuschuss kann aber bis zur Höhe der möglichen Entfernungspauschale (0,30 Euro je Entfernungskilometer) pauschal mit 15 Prozent Lohnsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer besteuert werden, was eine Sozialversicherungsfreiheit bewirkt.

Steuerberaterin

Claudia Richter

Dipl.-Betriebswirtin

Claudia Richter

Claudia Richter ist spezialisiert auf die Beratung von Hoteliers und Gastronomen bei der

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