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Extrabonus für Mitarbeiter: Urlaubskasse auffüllen und Sozialabgaben sparen

Wer arbeitet, muss sich auch ab und an einmal erholen, um seine Batterien wieder aufzuladen. Ob die freien Tage dabei in fernen Ländern oder zu Hause auf dem heimischen Balkon verbracht werden – Urlaub kostet in jedem Fall einiges. Auch hier kann der Arbeitgeber unterstützen und einen finanziellen Zuschuss zur Urlaubskasse gewähren. Doch Achtung: Der Gestaltungsmöglichkeiten gibt es Viele, die Optimalste zu finden, ist die Kunst.

Urlaubsgeld ist steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn

Die immer noch gebräuchlichste Variante ist die Zahlung eines Urlaubsgeldes – sei es vertraglich vereinbart jährlich wiederkehrend oder als Sondervergütung in besonders umsatzstarken Jahren. In beiden Fällen handelt es sich um lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt. Spätestens mit der Lohnabrechnung kommt die Ernüchterung. Denn nach Abzug von Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen bleibt vom Bruttourlaubsgeld meist nur die Hälfte übrig. Der Arbeitgeber muss dafür sogar noch tiefer in die Tasche greifen, denn die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (circa 20 Prozent des Bruttourlaubsgeldes) muss er zusätzlich zahlen.

Beispiel: Eine Restaurantfachfrau (RFA), verheiratet, Steuerklasse 4, zwei Kinder, konfessionslos, verdient monatlich 2.000 Euro brutto. Sie erhält als Sondervergütung ein Urlaubsgeld in Höhe von 500 Euro. Nach Abzug der Lohnsteuer und der Sozialbeiträge verbleiben der RFA vom Urlaubsgeld netto weniger als 290 Euro. Den Arbeitgeber kostet das Urlaubsgeld mehr als 600 Euro.

Die günstigere Alternative: Erholungsbeihilfe kann pauschalversteuert werden

Doch Arbeitgeber haben auch eine weitere Möglichkeit, die Urlaubskasse ihrer Mitarbeiter aufzufüllen und dabei gleich noch Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge zu sparen. Unabhängig vom eventuell gezahlten Urlaubsgeld darf der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zusätzlich zum vereinbarten Gehalt eine sogenannte Erholungsbeihilfe in Höhe von 156 Euro pro Jahr zukommen lassen. Ist der Arbeitnehmer verheiratet, kommen noch einmal 104 Euro für den Ehegatten hinzu und weitere 52 Euro für jedes steuerlich berücksichtigungsfähige Kind. Für eine Familie mit 2 Kindern bedeutet das immerhin jährlich zusätzlich 364 Euro. Und das sogar, ohne dass der Arbeitnehmer Steuern und Sozialabgaben zahlen muss. Nur der Arbeitgeber muss die Erholungsbeihilfe mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer pauschal lohnbesteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen aber auch für ihn nicht an. Einzige Bedingung: Es muss sichergestellt sein, dass das  Geld für Erholungszwecke verwendet wurde. Die Zahlung der Erholungsbeihilfe muss daher in einem zeitlichen Zusammenhang mit dem Urlaub des Mitarbeiters stehen. Sie sollte deshalb nicht länger als drei Monate vor oder nach dem Erholungsurlaub liegen.

Beispiel: Die RFA erhält statt Urlaubsgeld nun Erholungsbeihilfen von insgesamt 364 Euro (156 Euro für die RFA, 104 Euro für den Ehegatten und je 52 Euro für die Kinder). Den Arbeitgeber kostet die Erholungsbeihilfe insgesamt rund 455 Euro (Erholungsbeihilfe 364 Euro zuzüglich 91 Euro für die 25-prozentige Pauschsteuer). Für beide hinsichtlich der Liquidität also eine Win-win-Situation. Einziger Nachteil für den Arbeitnehmer: Es werden hinsichtlich der Erholungsbeihilfe keine Rentenansprüche erworben und die Erholungsbeihilfe geht nicht in die Bemessungsgrundlage für ein eventuelles Arbeitslosengeld ein.

Hinweis: Die Beträge für die Urlaubsbeihilfen sind Jahreshöchstbeträge. Das bedeutet, dass sie pro Jahr nicht überschritten werden dürfen. Andersherum bedeutet das aber auch, dass der zulässige Maximalbetrag auf verschiedene Urlaube im Jahr aufgeteilt werden kann.

Auch Mini-Job-Entgelt kann aufgestockt werden

Die pauschalbesteuerte Erholungsbeihilfe darf auch an Arbeitnehmer gezahlt werden, die im Rahmen eines Mini-Jobs beschäftigt sind. Eine Anrechnung auf die 450-Euro-Grenze findet in diesem Fall nicht statt. Dadurch kann beispielsweise eine verheiratete Mini-Jobberin mit zwei Kindern in einem Monat 814 Euro erhalten. Sie ist damit immer noch geringfügig und sozialversicherungsfrei beschäftigt. Würde dagegen zusätzlich zur monatlichen Vergütung von 450 Euro noch ein Urlaubsgeld gezahlt, wäre die Geringfügigkeitsgrenze überschritten.

Achtung: Der Arbeitgeber sollte sich von seinem Arbeitnehmer schriftlich bestätigen lassen, dass die Erholungsbeihilfe für Erholungszwecke eingesetzt wurde und diesen Nachweis zu den Lohnunterlagen legen. Damit kann bei einer späteren Betriebsprüfung Ärger vermieden werden.

Steuerberater

Mirko Ritter

Mirko Ritter

Mirko Ritter ist spezialisiert auf die Beratung von Hoteliers und Gastronomen bei der

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