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Das Dienstfahrrad als Gehaltserhöhung

Heute besteht die Kunst nicht nur darin, Mitarbeiter erfolgreich zu rekrutieren, sondern auch langfristig zu binden. Eine Möglichkeit hat dabei seit Jahresanfang besonders an Attraktivität gewonnen: Die Überlassung eines Dienstfahrrads statt einer Gehaltserhöhung.

Diese Art der Lohnerhöhung hat gleich mehrere Vorteile. Zum einen ist der geldwerte Vorteil dieser Nutzungsüberlassung steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn er zusätzlich zum gezahlten Lohn gewährt wird. Durch die Steuer- und Abgabenfreiheit wirkt sich die Lohnerhöhung direkt aus. Zum anderen wirkt sich ein Fahrrad auch positiv auf den Krankenstand im Unternehmen aus. Denn radelnde Mitarbeiter sind gesünder und im Durchschnitt zwei Tage weniger krank. Auf jeden Fall aber hat der Gastronom oder Hotelier einen zufriedenen Mitarbeiter – und das alleine schon sollte für ein Dienstfahrrad sprechen.

Und so geht es: Seit Januar 2019 ist sowohl für Unternehmensinhaber als auch für Mitarbeiter die private Nutzung eines Dienstfahrrads sowie dessen Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitstätte unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei. Grundvoraussetzung für die Steuerfreiheit ist dabei die Zuordnung des Fahrrads zum Betriebsvermögen. Das verlangt jedoch mindestens eine betriebliche Nutzung von 10 Prozent. Die 10-Prozent-Grenze ist besonders für das Fahrrad des Hoteliers oder Gastronomen zu beachten. Werden Mitarbeitern Fahrräder zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn überlassen, bemisst sich die betriebliche Nutzung mit 100 Prozent. Damit ist die Nutzung des Firmenfahrrads für Zwecke außerhalb der betrieblichen Tätigkeit durch Mitarbeiter komplett steuer- und sozialversicherungsfrei. Im Gegensatz dazu ist die Überlassung eines Fahrrads im Rahmen einer Gehaltsumwandlung jedoch nicht begünstigt. Bei einer erstmaligen Überlassung nach dem 31.12.2018 und vor dem 01.01.2022 muss diese allerdings nur mit 1 Prozent des halben Bruttolistenpreises in der Lohnabrechnung berücksichtigt werden.

Gewährt der Hotelier oder Gastronom seinen Mitarbeitern ein Firmenfahrrad, so profitieren beide Seiten gleichermaßen. Je nach vereinbarter Preisklasse des Fahrrads kann einerseits der Mitarbeiter seine persönlichen Wünsche an das Fahrrad realisieren und mit dem Fahrrad die Gesundheit festigen. Andererseits ist die Fahrradüberlassung eine gute Möglichkeit, eine dauerhafte Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen aufzubauen. Doch die Win- win-Situation besteht nicht nur in Wunschrealisierung und Gesundheitsförderung. Mit der Überlassung eines Fahrrads zusätzlich zum ohnehin vereinbarten Gehalt sparen beide Seiten Sozialversicherungsbeiträge und die Mitarbeiter zudem noch Lohnsteuer. Zu einem späteren Zeitpunkt können darüber hinaus die Mitarbeiter auch das auf sie individuell angepasste Fahrrad preisgünstig erwerben. Unterschreitet dann jedoch der Kaufpreis den Zeitwert des Fahrrads, ist die Differenz als geldwerter Sachbezug lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Als Orientierung gilt hier die Vereinfachungsregelung der Finanzverwaltung, die beim Erwerb durch den Mitarbeiter nach drei Jahren einen Kaufpreis in Höhe von 40 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises bei der Inbetriebnahme akzeptiert. Diese Vereinfachungsregelung sollte auch bei einer Fahrradgestellung im Rahmen einer Gehaltsumwandlung beachtet werden, wenn das Fahrrad später verbilligt an den Mitarbeiter abgegeben wird.

Die Fahrradüberlassung, die zusätzlich zum vereinbarten Gehalt erfolgt, ist steuerfrei und gilt zunächst für drei Jahre – 2019 bis 2021. Eine Verlängerung bis zum Jahr 2030 ist im Gespräch. Dabei ist die Steuerfreiheit beschränkt auf die (Elektro-)Fahrräder, die erstmals in diesem Zeitraum an Mitarbeiter überlassen werden. Damit unterliegen (Elektro-)Fahrräder, die bereits vor 2019 an Mitarbeiter zur privaten Nutzung bereitgestellt wurden, auch weiterhin der 1-Prozent-Regelung für die Privatnutzung.

Achtung: Die Steuerbefreiung gilt nur für normale Fahrräder und für Elektrofahrräder, die keine Kfz-Zulassung benötigen. Unterstützt der Motor eines Elektrofahrrads jedoch auch Geschwindigkeiten über 25 Kilometer pro Stunde, so ist es verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen und für die Bewertung des geldwerten Vorteils sind die Regeln der Dienstwagenbesteuerung anzuwenden. Dabei gelten für Anschaffungen im Zeitraum 2019 bis 2021 auch die Vergünstigungen durch die Halbierung der Bemessungsgrundlage für Elektrofahrzeuge. Zusätzlich zum steuerfreien Jobfahrrad können Arbeitgeber auch mit der lohnsteuerfreien Bereitstellung des notwendigen Ladestroms und der Überlassung einer betrieblichen Ladevorrichtung für Elektrofahrzeuge beim Arbeitnehmer punkten.

Rechtsanwalt, Steuerberater

Dr. Simon Johannes Reutershan

Dr. Simon Johannes Reutershan

Dr. Simon Johannes Reutershan ist spezialisiert auf die Beratung von Hoteliers und Gastronomen bei der

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