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Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich für Mitarbeiter und Chef

Über die eigene Gesundheit denkt man meist erst dann nach, wenn sie akut in Gefahr ist. Über die seiner Mitarbeiter oft erst, wenn die AU-Bescheinigung vorliegt und die Schichtpläne mühevoll umgestellt werden müssen. Doch je gesünder die Mitarbeiter desto gesünder das Unternehmen. Daher ist aktive Gesundheitsförderung für jeden Arbeitgeber ein Muss. Viele Maßnahmen, wie Rückentrainingsprogramme oder Kurse zur Stressbewältigung werden sogar steuerlich gefördert. Und welcher Mitarbeiter freut sich nicht, wenn er derartige Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen kann, ohne einen Cent dazuzuzahlen.

500 Euro jährlich für die Gesundheit sind steuerfrei

Leistungen, die den allgemeinen Gesundheitszustand des Arbeitnehmers verbessern oder der betrieblichen Gesundheitsförderung dienen, sind jährlich bis maximal 500 Euro pro Arbeitnehmer lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Gefördert werden auch Zuschüsse des Arbeitgebers für betriebsexterne Präventionsmaßnahmen. Die 500 Euro stellen dabei einen Freibetrag dar, das heißt, ist die Maßnahme teurer als 500 Euro, ist nur der übersteigende Teil lohnsteuer- und sozialabgabenpflichtig und nicht der gesamte Betrag.

Voraussetzung ist allerdings, dass die Leistungen beziehungsweise Zuschüsse zusätzlich zum Arbeitslohn erbracht werden. Gesundheitsleistungen, die durch eine Umwandlung des laufenden Gehalts finanziert werden, sind dagegen steuer- und sozialabgabenpflichtig. Zudem müssen die Leistungen den Anforderungen der §§ 20 und 20 b des SGB V genügen und zertifiziert sein. Maßnahmen der Primärprävention, die im Präventionsleitfaden der Spitzenverbände der  gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind, werden durch die zentrale Prüfstelle Prävention zertifiziert, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung direkt von den Krankenkassen. Diese Zertifizierungspflicht besteht grundsätzlich für alle Maßnahmen, die seit dem 1. Januar 2019 gewährt werden. Für bereits vor dem 1. Januar 2019 begonnene, unzertifizierte Maßnahmen gibt es eine Übergangsregelung. Sie können im Jahr 2019 noch als steuerfreie Sachbezüge gewährt werden.

Spielt die Gesundheitsförderung gegenüber dem Komfortaspekt eine untergeordnete Rolle, scheidet eine Förderung aus. So sind beispielsweise Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Fitnessstudios, Maßnahmen zum Erlernen einer Sportart, Massagen (sofern kein überwiegend eigenbetriebliches Interesse nachgewiesen wird) und Maßnahmen, die vorrangig auf den Verkauf von Diäten und Nahrungsergänzungsmitteln abzielen, steuerlich nicht begünstigt.

Gefördert werden beispielsweise

  • gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme / Seminare zu arbeitsbedingter körperlicher Belastung
  • Kurse zur Stressbewältigung und Entspannung am Arbeitsplatz, z. B. autogenes Training
  • Führungskräftetraining zur Konfliktbewältigung, z. B. zum Umgang mit Mobbing
  • Seminare zur Einschränkung des Suchtmittelkonsums, z. B. Raucherentwöhnung
  • Kurse zur Ernährungsberatung und zur Einführung von gesunder Kantinenkost

Tipp: Arbeitgeber können die gesundheitsfördernden Maßnahmen direkt im Unternehmen anbieten und selbst mit dem externen Dienstleister abrechnen. Ebenso können sie ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zahlen. Allerdings muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber hierbei Nachweise vorlegen, damit die Verwendung der Mittel kontrolliert werden kann.

Kein Arbeitslohn bei eigenbetrieblichem Interesse

Überwiegt das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers, sind die Aufwendungen der Gesundheitsfürsorge beim Arbeitnehmer per se kein Arbeitslohn, so dass der Arbeitgeber hier nicht an die 500-Euro-Grenze gebunden ist. Dafür muss jedoch stets der Bezug zu einer berufsspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigung nachgewiesen werden. Bestehen Zweifel, ob bei bestimmten Maßnahmen das eigenbetriebliche Interesse oder das Eigeninteresse des Mitarbeiters überwiegt, sollte eine Bestätigung des medizinischen Dienstes einer Krankenkasse oder der Berufsgenossenschaft oder eine Anrufungsauskunft beim Finanzamt eingeholt werden.

Hinweis: Arbeitgeber müssen die Sachbezüge für die betriebliche Gesundheitsförderung grundsätzlich im Lohnkonto aufzeichnen. Erstattet der Arbeitgeber die Kosten für Leistungen externer Anbieter, sollte ein Nachweis über die Zertifizierung der Maßnahme und eine Teilnahmebescheinigung des Kursleiters im Lohnkonto hinterlegt werden.

Thomas Weilbach

Thomas Weilbach

Thomas Weilbach ist spezialisiert auf die Beratung von Hoteliers und Gastronomen bei der

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