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Arbeit auf Abruf kann seit Jahresanfang zur Steuerfalle werden

Von einem Nine-to-five-Job ist man im Gaststätten- und Hotelgewerbe so weit entfernt wie die Finanzbehörde von der Sonntagsarbeit. Arbeiten, wenn andere schon längst Freizeit haben, ist im Gastgewerbe an der Tagesordnung.

Doch gerade in dieser personalintensiven Dienstleistungsbranche lässt sich der Arbeitsanfall nicht immer genau planen. So kommt es gerade bei schönem Wetter, Feiertagen oder größeren Events regelmäßig zu Arbeitsspitzen, die personell einkalkuliert sein müssen. Auf der anderen Seite kann es sich kaum ein Hotelier oder Gastronom leisten, ganzjährig in Maximalbesetzung unterwegs zu sein. Eine denkbare Lösung kann hierfür die Arbeit auf Abruf sein. Dies wird in der Branche auch entsprechend oft genutzt. Dabei werden insbesondere Mini-Jobber eingesetzt, die nur nach geleisteter Arbeit, d. h. nach Abruf bezahlt werden. So weit, so gut. Wenn nur nicht das Teilzeitbefristungsgesetz relativ unbemerkt zum Januar 2019 seine Regelungen verschärft hätte. Doch der Reihe nach.

Teilzeitbefristungsgesetz regelt Arbeit auf Abruf

Schließen Arbeitgeber und Arbeitnehmer miteinander einen Arbeitsvertrag, so können sie die einzelnen Bestandteile, wie Arbeitszeit, Entlohnung oder Urlaub, unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben, wie beispielsweise des Mindestlohngesetzes, grundsätzlich frei vereinbaren. Ein wichtiger Vertragsbestandteil ist dabei die Arbeitszeit. Gerade im Gastgewerbe können dabei aus Arbeitgebersicht flexible Arbeitszeiten zumindest eines Teils seiner Mitarbeiter durchaus vorteilhaft sein, denn dann kann der Mitarbeiter genau so eingesetzt werden, wie Arbeit anfällt. Und auch Arbeitnehmer wissen die Vorzüge flexibler Arbeitszeiten zu schätzen, gerade wenn Kinder vorhanden sind. Damit dennoch eine gewisse Planbarkeit für den Arbeitnehmer gewährleistet wird, ist die Arbeit auf Abruf im Teilzeitbefristungsgesetz (TzBfG) geregelt. Dieses Gesetz wurde zum 1. Januar 2019 geändert und jeder Unternehmer tut gut daran, die Einzelheiten zu kennen, um nicht bei Sozialversicherungsprüfungen mit erheblichen Nachzahlungen konfrontiert zu werden.

Vorsicht bei Mini-Jobs ohne feste Arbeitszeiten

Galten bisher fiktiv 10 Wochenstunden als vereinbart, wenn der Arbeitsvertrag auf Abruf keine Vereinbarung über eine tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit enthielt, so wurde diese fiktive Stundenanzahl nun auf 20 Wochenstunden angehoben. Im Durchschnitt eines Quartals betragen dann die – fiktiv – geleisteten Arbeitsstunden 86,67 im Monat. Unter Beachtung des gesetzlichen Mindestlohns von 9,19 Euro hätte der Arbeitnehmer einen Lohnanspruch brutto von 797 Euro. Damit handelt es sich nicht mehr um einen sozialversicherungsfreien Mini-Job und es werden Sozialversicherungsbeiträge fällig. Diese muss der Arbeitgeber in der Regel alleine zahlen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil), da er nicht entrichtete Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitnehmern nur für die letzten drei Lohnabrechnungszeiträume nachfordern kann. Jeder Unternehmer sollte daher alle Arbeitsverträge, insbesondere mit Mini-Jobbern überprüfen, in denen Arbeit auf Abruf vereinbart ist und diese gegebenenfalls mit Hilfe eines Rechtsanwalts anpassen.

Hinweis

Mit der Festlegung auf eine Mindest- oder Höchststundenanzahl im Arbeitsvertrag ist die Abrufbarkeit durch den Arbeitgeber dann jedoch nicht mehr uneingeschränkt möglich. Denn nach dem TzBfG darf der Arbeitgeber maximal 25 % mehr Arbeitszeit abfordern, als die vereinbarte Mindestwochenstundenanzahl. Bei einer Mindestwochenstundenzahl von 10 bedeutet das einen Maximaleinsatz des Arbeitnehmers für 12,5 Stunden. Wird eine Obergrenze für die zu leistenden Wochenstunden vereinbart, so darf diese Stundenanzahl maximal um 20 % unterschritten werden. Wird beispielsweise eine Obergrenze von 15 Stunden vereinbart, muss der Arbeitgeber mindestens 12 Stunden pro Woche abrufen und bezahlen. Sogar ohne Abruf hätte der Arbeitnehmer Anspruch auf die Bezahlung der 12 Stunden. Aber auch wenn der Arbeitnehmer diesen Anspruch nicht geltend macht, entstehen Ansprüche der Sozialkassenträger auf Beiträge zur Sozialversicherung, pauschal im Rahmen der Mini-Job-Grenzen oder bei Überschreiten der 450 Euro-Grenze im Rahmen eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses.

Steuerberater

Andreas Deumeland

Dipl.-Kaufmann

Andreas Deumeland

Andreas Deumeland ist spezialisiert auf die Beratung von Hoteliers und Gastronomen bei der

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